„Müssiggang ist aller Laster Anfang“?

22.01.2015 01:00 von Harald Buwert

die Grundeinkommensinitiative ist ein Paradebeispiel direkter Demokratie: würde sie angenommen, käme zuerst eine ganz grundsätzliche breite und tiefe, unter der Ägide von Bundesrat und Parlament geführte Diskussion in Gang: über die Ausführungsgesetzgebung. Und damit über den Wert der Arbeit, über die Gerechtigkeit der Einkommen, über die Menschen­würde am Arbeitsplatz, über das ewige wirtschaftliche Wachstum, über die gerade in der Schweiz stark verbreitete Roboterideologie: die Eliminierung des Menschen aus allen Produktionsprozessen, über Vollbeschäftigung und Erwerbslosigkeit, über die unbezahlte Arbeit in der Gesellschaft und so weiter. Dem Bundesrat mangelt es an Phantasie: wider das Grundeinkommen predigt er nur die bedingungslose Ökonomisie­rung der Gesellschaft. Er glaubt, wenn alle ein Grundeinkommen vom Staat erhielten, würde niemand mehr arbeiten gehen und etwas leisten. Er fragt sich nicht, ob denn die moralische Sentenz „Müssiggang ist aller Laster Anfang“ noch immer unverrückbar gilt. Denn nicht erst heute ist Einkommen die Voraussetzung für Arbeit. Das Umgekehrte ist ein ähnlicher Irrglaube wie die einstige Annahme, die Welt sei eine ziemlich dicke Scheibe ...

Beiträge aus der Schweiz auf einer interessanten Webseite: www.haelfte.ch/index.php (Unabhängiger Mediendienst zur Arbeit und zur Erwerbslosigkeit)

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