Eine Welt ohne Arbeit und eine Welt ohne Geld - Eine Studie und ein utopisches Szenario

05.01.2016 01:00 von Harald Buwert

Zukunft der Arbeit - Uns braucht es bald nur noch als Konsumenten.

Die Leistung von Computern und Robotern wird in den nächsten Jahren massiv steigen. Jeder zweite Job droht ersetzt zu werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass etwa Büroangestellte bald durch Computer ersetzt werden, beläuft sich laut einer Studie auf über 90 Prozent …

In der Automatisierung wird Arbeit durch Kapital ersetzt. Brynjolfsson glaubt, dass dies zu Konflikten führen wird. Berufe wie Taxifahrer oder Verkäufer bildeten bisher ein Auffangbecken für wenig Qualifizierte. Doch diesmal trifft es auch gut Ausgebildete. Der Medianlohn sinkt in den USA seit Jahrzehnten. Das könnte sich beschleunigen. Dass die Automatisierung die Schere zwischen Arm und Reich weiter öffnen wird, glaubt auch Martin Ford, Autor von «Rise of the Robots», das soeben von «Financial Times» und McKinsey zum Wirtschaftsbuch des Jahres gekürt wurde. Sowohl Ford wie Brynjolfsson schlagen ein bedingungsloses Grundeinkommen vor, um die negativen Folgen der Automatisierung abzufedern. Denn der Abstieg der Mittelschicht schafft ein neues Problem: Wenn Millionen von Konsumenten fehlen, kauft niemand mehr die von Robotern gefertigten Produkte.

Ein Bericht der „Neuen Züricher Zeitung“ vom 3.1.16: www.nzz.ch/nzzas/nzz-am-sonntag/uns-braucht-es-bald-nurnoch-als-konsumenten-1.18671111

Forderungen. Wenn Rechner uns helfen, Arbeit und Güter zu verteilen, dann können wir uns Preise sparen. Ein Szenario.

Technisch gesehen – oder vielleicht genauer aus der Sicht der Medientheorie – liegt die Sache mit dem Geld sehr einfach. Als Medium des Tauschens benötigen wir Geld genau so lange, bis unsere Datenbanken alle Einkäufe und Bewertungen erfassen, speichern und verarbeiten können. Das ist mittlerweile der Fall. Technisch gesehen könnte sich Geld damit schon heute erübrigen. Historisch gehen wir durch eine Phase von Nicht-Geld zu Kredit zu Geld und weiter zu Datenbanken ohne Geld …

Eine Wirtschaft ohne Geld wäre nicht eine Planwirtschaft im alten Sinn, sondern ein einzelne Akteure beobachtendes System, in dem wir über Zukunft kommunizieren, sie entwerfen und gestalten können. Es braucht dazu kein Geld, sehr wohl aber Kommunikation und Möglichkeit, sich zusammenzutun, um an künftigen Dingen zu arbeiten … wird sich eine geldlose Ökonomie von den Kreisen aus ausbreiten, die ohnehin schon gewohnt sind, mit vernetzten ökonomischen Welten zu handeln. Das kann das digitale Prekariat sein wie die Szene der Gamer oder eine Kombination aus beidem …

Quelle der Buchvorstellung: www.freitag.de/autoren/der-freitag/eine-welt-ohne-geld

Das Buch: www.merve.de/index.php/book/show/442

Die Einleitung: www.stefanheidenreich.de/2015/12/forderungen-merve/#more-1021

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