Arbeitszeitverkürzung: notwendig, aber kompliziert

10.05.2014 02:00 von Harald Buwert

Lebensqualität - Fast sieben Millionen Deutsche haben eine 45-Stunden-Woche. Trotz technischen Fortschritts gelingt es unserer Gesellschaft nicht, weniger zu arbeiten. Warum eigentlich? … Immer mehr Stress, immer mehr Konsum, immer mehr Wirtschaftsleistung – das ist das Prinzip, nach dem unsere Gesellschaft nach wie vor funktioniert. Nur: Richtig glücklich wird dadurch niemand. Dabei gäbe es einen ganz einfachen Weg zu mehr Wohlstand im Sinne von Lebensqualität. Man könnte einfach weniger arbeiten. Der technische Fortschritt macht’s möglich … Heute ist die Arbeit in Deutschland extrem ungleich verteilt: Mehr als drei Millionen Menschen sind offiziell als erwerbsarbeitslos gemeldet. Gleichzeitig schuften fast sieben Millionen Menschen 45 oder mehr Stunden pro Woche. Die einen sind deprimiert von der aussichtslosen Perspektive auf dem Arbeitsmarkt, die anderen rackern rund um die Uhr und werden nicht selten dadurch krank. Die tatsächliche Wochenarbeitszeit beträgt im Durchschnitt 31,5 Stunden. Warum können nicht alle ungefähr gleich viel arbeiten? … … Wachstum, Wachstum, Wachstum. Der technische Fortschritt führt nicht zu weniger Arbeit, sondern zu einer größeren Wirtschaftsleistung. Die Gesellschaft häuft immer mehr Güter an. Viele werden aus Mangel an Zeit kaum genutzt, bevor sie im Müll landen. Der Ressourcenverbrauch steigt … in Deutschland ein Arbeitsvolumen von rund zehn Milliarden Stunden pro Jahr fehlt, um alle Arbeitslosen und alle Teilzeitkräfte, die gerne Vollzeit arbeiten würden, zu beschäftigen. Im vergangenen Jahr seien gut 48 Milliarden Arbeitsstunden geleistet worden, diese Zahl müsste also um rund 20 Prozent wachsen … Zudem wäre es sinnvoll, ein Grundeinkommen einzuführen. Derzeit wird Geringverdienern das Arbeitslosengeld gekürzt, sobald sie einer Beschäftigung nachgehen. Dadurch liegt der faktische Stundenlohn in den ersten Arbeitsstunden bei wenigen Euro. Attraktiv wird die Arbeit erst dann, wenn sie viel arbeiten und ihnen der Stundenlohn im vollen Umfang zugutekommt.“ Felix Werdermann im „Freitag“ – der ganze Artikel: www.freitag.de/autoren/felix-werdermann/wir-schuften-uns-zu-tode

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